
Endless Fields
Musik für Jazz-Trio und Streichquartett
mit Streichern der Berliner Philharmoniker
Titel
- Sand in my eyes
- Orva Parach
- Blue Water
- Timeless
- A night in the jungle
- Endless fields
- A ghost from the past
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Besetzung
- Tal Balshai – Piano
- Jan Roder – Bass
- Michael Griener – Drums
Streichquartet der Berliner Philharmoniker
- Christoph von der Nahmer - Violine
- Esther Middendorf - Violine
- Martin von der Nahmer - Viola
- Knut Weber - Cello
Alle Kompositionen und Arrangements von Tal Balshai
Booklet
In den vergangenen Jahren hatte ich immer wieder die Gelegenheit, als Jazz-Pianist und Mitglied eines Jazz-Trios mit klassischen Musikern zusammenzuarbeiten. Es waren Wanderungen zwischen den Welten. Die Erfahrungen und Eindrücke, die ich dabei gewonnen habe, haben mich zu der Musik auf dieser CD angeregt.Die Stücke, die sich hier finden, sind vielleicht schwierig zu kategorisieren. Sie haben sowohl jazzige als auch klassische und sogar orientalische Einflüsse. Mein Hauptziel war es, eine Musik zu schaffen, die bildhaft und ausdrucksstark ist und dabei für Musiker und Zuhörer mit unterschiedlichem musikalischen Hintergrund gleichermaßen zugänglich bleibt.
Die ersten drei Stücke gehören zusammen, deshalb sind sie auf dieser CD ohne Unterbrechung zu hören und werden auch auf Konzerten so gespielt. „Sand in my eyes“ ist eine kleine Orientreise durch eine Sandwüste in brütender Hitze, darauf folgt "Orva Parach", die Ankunft in einem Dorf und das anschließende Dorffest am Abend, und schließlich der Sonnenaufgang am Meer und das Gefühl des kühlen, klaren Wassers: "Blue Water".
In dem Stück „Timeless“ habe ich versucht, zwei Dinge zusammenzufügen, die mich schon immer interessiert haben: südamerikanische Musik und die schlichten, aber starken Harmonien, die sich aus Dur-Tonika und Moll-Dominante zaubern lassen. Sowohl das Thema, als auch der Improvisationsteil sind – in vielen Varianten und Variationen – durch diese Verbindung geprägt.
„A night in the jungle“ war ursprünglich als Wiegenlied in einer Kinderoper gedacht: Ein Antilopenkind, das sich im nächtlichen Urwald ängstigt, wird von seiner Mutter getröstet und beruhigt. Später habe ich das Stück für ein tiefes Streichinstrument umgeschrieben, aber die ursprünglichen Themen/Stimmungen lassen sich noch gut erkennen: ein dunkles Thema, die Angst des Kindes im nächtlichen Dschungel, wird von einer tröstlichen Melodie abgelöst, der beruhigenden Stimme der Mutter. In Knut Webers einfühlsamem Cellospiel wird diese Szene lebendig.
“Endless Fields“ - wieder ein Stück, das aus meiner Begeisterung für eine bestimmte harmonische Verbindung geboren ist, diesmal die Tonika-Subdominante. Für mich hat sie die Eigenschaft, einen in eine endlose Spirale hineinzuziehen. Der Name „Endless fields“ symbolisiert daher die endlosen Weiten, die sich eröffnen, wenn man diesen Harmonien zuhört.
In „A ghost from the past“ treffen alle Elemente meiner Musik zusammen, die orientalischen, die klassischen und die jazzigen. Es kommt mir immer vor, als würden diese ganzen Ideen überhaupt nicht von mir stammen. Aber wenn nicht von mir, von wem dann?
Kritik
Dejà vu....Waren Sie schon einmal in der Wüste? Erinnern Sie das Gefühl eines warmen Windstosses, der durch Ihre Kleidung fährt und Ihnen wohlig Ihren Atem nimmt? Waren Sie schon einmal im Orient und haben sich von den hypnotisierenden Klängen und exotischen Aromen berauschen lassen? Haben Sie Ihren Kaffee schon einmal in einem Wiener Kaffeehaus genossen und Paaren beim Tanz zugeschaut. Waren Sie jemals Gast eines ausgelassenen Festes in einem kleinen Schtetl?
Mit seiner 2. CD „Endless Fields“ nimmt Sie der israelische Pianist und Komponist Tal Balshai gemeinsam mit seinen kongenialen Mitstreitern (Michael Griener – Schlagzeug und Jan Roder – Kontrabass) mit auf eine Reise zu Orten, an denen Sie noch nie waren und die Ihnen doch vertraut erscheinen, geleitet Sie zu Zeiten, in denen Sie noch nicht existierten oder die erst einladend auf Sie warten.
Beim Hören der hier vorgelegten 9 Originalkompositionen tauchen die unterschiedlichsten Bilder auf. Darüber hinaus aber gelingt es den drei sparsam und doch eindringlich agierenden Musikern, eine ganze Palette von scheinbar verschütteten Emotionen wiederzubeleben. Verstärkt wird dieser Effekt durch ein Streichquartett, dass hier gleichsam die Seelenbewegungen des Hörers schützend eskortiert, um Ihn - hin und wieder und wohl dosiert - durch fein gegen den Strich gebürstete Arrangements daran zu erinnern, dass er sich doch in der Fremde befindet und Aufmerksamkeit angebracht ist.
Erinnern Sie das tiefe Glücksgefühl, als Sie erstmals Zeuge eines beeindruckenden Naturereignisses wurden, erinnern Sie Ihr ehrfürchtiges Staunen, als Sie zu der Krone eines Sequoiabaumes emporblickten....
Gehen Sie in ihr nächstgelegenes Reisebüro oder kaufen Sie die endlich erschienene CD von Tal Balshai.
Susanne Wulfes